Das stimmt nicht!

Wenn ich nichts sehe, sieht mich auch keiner!

Bei Gefahr steckt der Strauß den Kopf in den Sand – wenn er die Bedrohung nicht mehr sieht, ist sie auch nicht mehr da. Falsch. Dieser Irrtum stützt sich auf mehrere Verhaltensweisen des Straußes. Zum Beispiel legt er seinen Kopf bei Gefahr flach an seinen Körper, um unauffällig auf dem Boden sitzend zu verharren. Sieht man einen Strauß von weitem beim picken, so scheint es, als würde er immer wieder seinen Kopf in den Sand stecken. Nebenbei bemerkt: Ein Strauß pickt nicht im Sand – wozu auch? Er pickt im leckeren Gras.

Iieeh, eine Maus!

Lustig ist die Vorstellung ja schon, dass die dicken Elefanten vor kleinen harmlosen Nagern wie den Mäusen Angst hätten und in Panik verfallen. Es heißt, Elefanten würden fürchten, dass die Mäuse durch ihren Rüssel hindurch kriechen. Aber das ist – schlicht und ergreifend – Quatsch. Bernhard Grzimek (ein beliebter Tierfilmer und Zoolooge) erlaubte sich den Spaß, die Frage in einem Experiment zu klären. Er setzte einem der grauen Dickhäuter eine Maus vor die Nase. Der Elefant fuhr erstmal seinen Rüssel aus, beschnupperte das Nagetier neugierig und ... zertrat das kleine Ding. Pech für die Maus und Klarheit für die Menschen. Der Elefant hat keine Angst. Die Maus hätte Angst haben sollen...

Lori will einen Keks von Holzbein Harry!

Tja, auch das stimmt nicht. Piraten hatten niemals Papageien oder Äffchen auf ihren Schultern sitzen. Warum und wieso sieht man das immer in Kinofilmen? Eines ist klar: Papageien und Äffchen hätten sich entweder aus dem Staub gemacht oder wären jämmerlich verhungert, da die Piraten oft selbst nicht genug zu essen hatten. Für den Mythos von dem Papagei und dem Affen auf der Schulter ist Hollywood verantwortlich.

Eins, zwo, drei, vier...

Mit neun Leben ließe sich das ein oder andere anstellen! Wie der Spruch entstanden ist, darüber gibt es ganz unterschiedliche Meinungen. Die meisten sagen: Katzen landen immer auf ihren Pfoten und überleben daher hohe Stürze. Doch warum sind es dann insgesamt neun Leben und nicht etwa zwei oder drei oder unendlich viele Leben? Es gibt da noch eine andere Theorie: Katzen wurden im alten Ägypten von den Pharaonen als Vorkoster eingesetzt. Ein Essen bestand meist aus bis zu neun Speisen und bei der Hitze kam es schon mal vor, dass die ein oder andere davon verdorben war. Also galt die Faustregel: Wenn die Katze die Pfoten von einer Speise lässt, ist es clever die eigenen auch davon zu lassen. Andererseits waren Katzen im alten Ägypten heilige Tiere und wurden als Grenzgänger zwischen der Welt der Lebenden und der Toten verehrt. Durch wessen Schuld beispielsweise eine Katze zu Tode kam, erhielt sogar die Todesstrafe. Starb eine Katze rasierten sich alle Hausbewohner die Augenbrauen. Ob Katzen daher tatsächlich als Vorkoster eingesetzt wurden und in Kauf genommen wurde, dass sie dabei sterben... scheint fraglich.

Und drei Stiche einen Menschen.

Da kann man nur hoffen, dass Hornissen nicht zählen können und sie nicht zufällig auch noch einen schlechten Tag haben. Das Gift der Hornisse ist schmerzhafter als das der Biene und der Wespe und kann starke allergische Reaktionen auslösen. Lebensgefährlich wird das bei Stichen in den Mund oder Rachenraum, weil die Einstiche anschwellen und der Mensch nicht mehr atmen kann. Tödlich sind ihre Stiche an sich aber nicht. Im Gegenteil. Das Gift der Hornisse ist wesentlich schwächer als das der Biene oder Wespe. Die  Brummer haben nur deshalb einen schlechten Ruf, weil sie sehr groß und laut sind und daher einen gefährlichen Eindruck machen. Ein Mensch müsste mehrere hundert bis tausend Mal von einer Hornisse in die Haut gestochen werden, um zu sterben.

Dideldüdel-düüüüü ...

Wenn der Fakir auf seiner Flöte spielt, kann er Kobras hypnotisieren! Langsam steigen sie aus einem geflechteten Korb hinauf und bewegen sich tanzend hin und her. Obwohl der Fakir mit Sicherheit lange an dem Trick geübt hat (vor allem, dabei nicht gebissen zu werden), hat sein Kunststück nichts mit Musik zu tun. Die Kobra folgt der Bewegung der Flöte...

Olé!

Der Torero schwingt stolz seine rotes Tuch, um den Stier zu reizen. Der Stier schnaubt, scharrt mit den Hufen und rennt wie wild auf das rote Tuch zu. Aber die Farbe Rot ist nicht das, was den Stier so verärgert: Stiere sind grundsätzlich farbenblind! Aber was ist dann der Grund dafür, dass der Stier den Torero angreift? Er reagiert auf das Flattern des Tuches. Das lässt ihn so richtig an die Decke gehen und wütend rennt er darauf los. Trauigerweise vor allem deshalb, weil er vorher schlecht behandelt wurde und schon mit einer ziemlich miesen Laune in die Arena stapft...

Wenn es dunkel wird, passiert das Unglaubliche!

Tagsüber sind sie schwarz oder weiß, mehrfarbig oder getigert – doch alle, ausnahmslos alle Katzen färben sich nachts grau. Wieso, weshalb, warum? Und wie machen sie das? Damit die Mäuse sie nicht so gut sehen? Oder ist das eine Art Tarnung, „Hallo, ich bin eine große, dicke, grau Maus und dein Kumpel!“? Wenn wir sagen „Nachts sind alle Katzen grau“, dann meinen wir damit: „Nachts erscheint alles gleich“. Und der Grund dafür liegt in unseren  schlechten Augen. Sie bestehen aus stabförmigen und zapfenförmigen Zellen. Die Stäbchen sind viel, viel lichtempfindlicher (etwa 10.000 Mal mehr) als die Zäpfchen. Aber: Sie können nur zwischen Hell und Dunkel unterscheiden. Daher scheren wir die Katzen nachts über einen Kamm: Sie sehen alle irgendwie grau aus.

Schluchz, wimmer, jammer!

Wem Krokodilstränen über die Backe laufen, spielt seine Trauer oder sein Mitleid nur vor. Aber was hat das Krokodil damit zu tun? Es kann gar nicht weinen! Ein Krokodil hat hinter dem dritten Augenlid (ja, ein Krokodil hat mehrere davon) eine Drüse, aus der eine Art Tränenflüssigkeit kommt. Mit ihr „wischt“ das dritte Augenlid das Auge, um es zu reinigen und zu schützen. „Krokodilstränen weinen“ geht auf das naturwissenschaftliche Lexikon eines französischen Mönchs im 13. Jahrhundert zurück. Hier hieß es, Krokodile würden weinen, wenn sie einen Menschen fressen. Später sagte man, ein Krokodil wäre so listig, dass es weinen würde, um Menschen anzulocken.